Stolpersteine in Wandsbek − eine Auswahl

Der Rahlstedter Kulturverein zeigt diese Austellung in Kooperation mit dem KulturWerk Rahlstedt 
 

Ausstellungseröffnung am 9. November um 17 Uhr.

Die Eröffnungsrede hält Peter Pape, Vorsitzender der Bezirksversammlung Wandsbek.

Die Ausstellung widmet sich 16 ausgewählten Schicksalen Wandsbeker Bürgerinnen und Bürger, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden. Es sind Biografien von Menschen, die denunziert, inhaftiert, deportiert und ermordet wurden. Sie wurden als Zwangsarbeiter, Deserteur oder wegen ihrer jüdischen Herkunft, ihrer politischen Überzeugung, ihrer sexuellen Orientierung oder als Mensch mit Behinderung oder psychischer Erkrankung verfolgt.

Unter Mitwirkung von Hans-Joachim Klier, Astrid Louven, Stefan Romey und Ingo Wille wurden 16 Einzelschicksale Wandsbeker Bürgerinnen und Bürger ausgewählt. Außerdem wurde eine Übersichtskarte für alle in Wandsbek verlegten Stolpersteine erstellt.

Diese Ausstellung der Bezirksversammlung Wandsbek ist eine Leihgabe der Bezirksversammlung Wandsbek

Die Öffnungszeiten sind variabel, bitte schauen Sie in unser Schaufenster.

Am 15. November um 19.30 Uhr zeigen wir im Rahmen der Ausstellung den Film:

„Eine Herzenssache. Marga Spiegel und ihre Retter“

Ein Dokumentarfilm über die Rettung der jüdischen Familie Spiegel im Zweiten Weltkrieg durch couragierte Bauern aus dem Münsterland.

Von Petra Seeger, ca. 45 Min.

Das LWL-Medienzentrum für Westfalen veröffentlichte diesen einfühlsamen Dokumentarfilm in Kooperation mit dem Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster im Todesjahr von Marga Spiegel, die kurz vor ihrem 102. Geburtstag starb. Petra Seeger setzt in dem Film nicht nur Marga Spiegel ein Denkmal, sondern auch jenen fünf münsterländischen Bauernfamilien, die die Spiegels mit großer Zivilcourage und einer gehörigen Portion Eigensinn vor dem Holocaust der Nazionalsozialisten bewahrte.

Eintritt frei. Spenden willkommen.


 

Kulturstadt Hamburg

Eine Zusammenfassung von Christl Ivell-Singer zum Vortrag von Kultursenator Dr. Carsten Brosda am 10.9.2018 im Forum des Gymnasiums Rahlstedt.

Auf Einladung des Vereins „Stadtteil-Zentrum Rahlstedt“ ist unser Kultursenator zu einem Vortrag über die „Kulturstadt Hamburg“ nach Rahlstedt gekommen. Es hatten sich etwa 50 Interessierte eingefunden, die seinen sehr kenntnisreichen und kurzweilig vorgetragenen Ausführungen lauschten.
Er streifte kurz die Unterschiede in der Gestaltung des Kulturlebens, die er in seinem beruflichen Werdegang vom Ruhrgebiet über Berlin nach Hamburg erlebt hat und stellte als die besondere Erfahrung in Hamburg heraus, dass die seit Jahrhunderten hier Handel treibende Bevölkerung  im Unterschied zu den Staaten mit einer monarchischen Geschichte, wo sich ein Oberhaupt Kulturpaläste erbauen ließ, sich selbst entsprechende Einrichtungen schuf, so die erste Oper in Deutschland überhaupt am Gänsemarkt, das Deutsche Schauspielhaus, die Laeiszhalle. Es waren immer Bürgeriniativen, die sich damit Begegnungsstätten schufen. Und Begegnung ist die Essenz bürgerlichen Zusammenlebens.
Diese Initiativen von wohlhabenden Bürgern im Zentrum haben allerdings zur Folge, dass es dort eine große Dichte kultureller Angebote gibt, diese zu den Stadträndern hin aber immer mehr ausdünnen.

An diesen Beispielen und im Rückgriff auf Habermas’ Schrift über die „Theorie des kommunikativen Handelns“ aus den 1970er Jahren, legte Herr Dr. Brosda dar, dass es zur gelebten Teilhabe an sozialen Interaktionen Orte braucht. Diese müssen vorhanden sein, damit ein Prozess der Verständigung über die Gestaltung der alltäglichen Lebenswelten stattfinden kann. Erst aus diesem Verständigungsprozess heraus entstehe Kultur. „Der Erhalt und die Erneuerung der Lebenswelt einer sozialen Gruppe ist gebunden an die Teilnahme am Netz kommunikativer Alltagspraxis (Habermas).“
An den toskanischen Städten konnte der Senator in diesem Jahr erleben, wie diese zwingende Notwendigkeit für ein friedliches und erfolgreiches Zusammenleben in den alten Stadtrepubliken auf bewundernswerte Weise durch ihre Piazze und Palazzi gestaltet worden waren.
Es besteht also gar kein Zweifel daran, dass auch die weniger zentral liegenden Stadtteile Hamburgs solche kulturellen Begegnungsstätten erhalten müssen, in denen die Lebensgestaltung der Bewohner vor Ort ausgehandelt werden kann. Im Rahmen der Zuständigkeit, den sie als Zentralorgan habe, gebe es dafür in der Kulturbehörde auch Unterstützung und sie beobachte sehr genau die Initiativen, die sich bilden. Allerdings, so betonte er, schaffe die Behörde nur die Rahmenbedingungen für die Einrichtung eben solcher kulturellen Einrichtungen. Für die Ausgestaltung im Sinne der bürgerlichen Teilhabe sei dann in erster Linie der jeweilige Bezirk zuständig.
Mit dieser Abgrenzung der Zuständigkeit hat Herr Dr. Brosda konkrete Nachfragen von Zuhörern, Rahlstedt und die Einrichtung eines Stadtteilzentrums betreffend, beantwortet.
Bewegen wir uns nicht in bester bürgerschaftlicher Tradition mit unserer „Boize“?
Sie ist zwar kein Palazzo aber vielleicht schon mal ein Palazzino, sogar mit Piazetta vor der Tür!!!

 

Den Spendern sei Dank


Das KulturWerk erhält 250 Euro von der Hamburger Volksbank in Rahlstedt.
Das Geld fließt in die Ausstattung des Raumes im Boizenburger Weg 7.
Wir sagen Danke!